Das Gartenjahr 2009

Mittwoch, 28. Januar:

Ab Weihnachten letzten Jahres gingen die Temperaturen endlich in den winterlichen Bereich, nach Weihnachten fiel sogar Schnee (immerhin 8 - 10 cm) und ueber einen Zeitraum von fast drei Wochen herrschten dann eisige Nachttemperaturen: einige Naechte zwischen minus 15 bis 20 Grad, viele Naechte minus 12 bis 15 Grad.
Ob alle Pflanzen im Garten diese heftigen Frostnaechte ueberlebt haben, wird sich wohl erst noch zeigen. Insbesondere bin ich gespannt, wie die Rosenstaemmchen das weggesteckt haben.
Inzwischen ist das Wetter offen, nur noch gelegentliche Nachfroeste bis minus 3 Grad.
 

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Samstag, 07.03.09
Obwohl für heute Regen gemeldet war, es heute früh auch geregnet hat, klarte es am späten Vormittag auf und ab 13.00 h herrschte strahlender Sonnenschein!! Es roch nach Frühling, es sah aus wie Frühling, man fühlte den Frühling, ach, es war einfach herrlich in der Sonne – im Schatten aber heftig kalt!!
Die Vögel zwitscherten fast um ihr Leben und ich fühlte mich durch dieses frühlingshafte Wetter endlich auch für Gartenarbeiten bereit. Na ja, Gartenarbeit ist leicht übertrieben – ich habe die Töpfe und Kübel gesäubert, d. h. das welke Laub vom Vorjahr entfernt. Bei den Hostas sieht es insgesamt gut aus, bei den Taglilien weniger gut! Einige (recht teure Erwerbungen) zeigen noch kein Grün, lediglich ließ sich das alte Laub mit matschigem Ende herausziehen.
Auch die Heuchera sehen sehr, sehr mitgenommen aus, d. h. kaum Laub vorhanden. Alle haben extrem lange Hälse.
Die Euphorbien bieten ein Bild des Jammers! Die – angeblich winterharte – E. wulfenii Silver Swan habe ich bis auf 5 cm zurückgeschnitten; die E. ………. muß noch zurückgeschnitten werden. auch die beiden E. amygdaloides Purpurea sehen zum Erbarmen aus!  Lediglich E. seguieriana nicciana macht einen guten Eindruck!
Die Rosen, speziell die Topfrosen sehen erstaunlich gut aus! Insgesamt habe ich jedoch noch keinen sehr intensiven Rundblick über meine Rosengemeinde streifen lassen – das Wetter bisher war nicht dazu angetan, Frühlingsgefühle zu wecken und speziell Gartengefühle wachzurufen.
Die Helleborus kommen jetzt aber auch allmählich in die Gänge! Einigen haben schon viele Triebe mit Knospen geschoben, andere trauen sich mal gerade so ans Licht der Welt!
Vereinzelt blühen Krokusse, meine zwei einsamen Posten mit Schneeglöckchen blühen tapfer in den Beeten, die Adonisröschen wagen sich inzwischen auch an die Oberfläche und überall sind bei genauerem Hinsehen frische grüne oder rote Triebspitzen zu sehen. Die Hepaticablüte ist in diesem Jahr irgendwie an mir vorbeigegangen – vielleicht durch den Schnee, der die Pflanzen bedeckt hat und durch den Frost, der sich hartnäckig seit Weihnachten  hielt. Bei solchen Witterungsbedingungen vermeide ich Gartengänge…..

Da ich in diesem Winter erstmals sehr konzentriert auf die Vögel geachtet habe, die unseren Garten besuchen; ab November mehrere Futterplätze eingerichtet habe, um diese hübschen Gesellen anzulocken und fotografieren zu können, bin ich ganz erstaunt, welche Vogelarten es in unserer unmittelbaren Nähe gibt! In diesem Winter konnte ich an den Futterplätzen und im Garten beobachten:
Blaumeisen, Kohlmeisen, Tannenmeisen, Sumpf- oder Weidenmeisen, Haubenmeisen, drei Buntspechte, drei Kernbeisser, einen Grünspecht, Stare, Dompfaffe, Buchfinken, Grünfinken, Feld- und Haussperlinge, Zaunkönig, Eichelhäher, Amseln, Rotkehlchen, Goldammern, Kleiber, Habicht, Elstern, Wacholderdrosseln.  Ich bin schon sehr  gespannt, ob noch mehr Vogelarten sich sehen lassen, wenn jetzt die Zugvögel zurückkommen….
 

Freitag, 13.03.:
Der Anfang ist gemacht!! Heute habe ich auf den ersten Beeten „Aufräumarbeiten“ vorgenommen: trockenes, verwelktes Laub/Blütenstände abgeschnitten, etwas Unkraut ausgerupft, die letzten verwelkten Rosenblätter zusammengerafft und entfernt.
Ich bin ganz überrascht, die Rosen haben den strengen Winter besser überstanden als gedacht!! Bei vielen nur ganz wenig totes Holz. Am meisten überrascht hat mich Sombreuil: sie, die eigentlich vielfach als bedingt winterhart beschrieben wird, hat das wenigste Totholz!! Alberic Barbiér dagegen sieht leider sehr zerrissen aus…..

Die ersten Hostas strecken vorsichtig ihre violetten Spitzen ans Licht, die Eisenhüte sind schon gut 2 cm ausgetrieben. Es scheint weniger wirkliche „Winterleichen“ im Garten zu geben als vermutet.

Samstag, 14.03.:
Von den angekündigten 12 – 15 Grad Frühlingstemperaturen und Sonne pur waren wir heute doch noch ziemlich weit entfernt: gerade mal 10 Grad und total bedeckter Himmel, der lediglich ein oder zweimal für wenige Minuten ein paar zaghafte Sonnenstrahlen durchließ. Zwangsläufig mußten immer wieder mal Aufwärmphasen eingelegt werden.

Die Hälfte der Beete habe ich heute geschafft: vertrocknetes Laub bei den Taglilien, Iris, Hostas und Stauden entfernt, gleich einiges Unkraut ebenfalls ausgerissen und die ersten Rosen geschnitten. Molineux und Ambridge Rose mußte ich bis zum Erdboden zurückschneiden, sie sind total erfroren. Die Hochstämmchen sehen insgesamt alle sehr, sehr schlecht aus. Hier muß man warten, ob und was an Austrieb in den nächsten Wochen kommen wird. Einige Hostas und Sedum sind regelrecht durch den Frost aus dem Boden gehebelt worden und müssen sobald es trockener ist neu eingepflanzt werden. Trotzdem die Wurzeln freiliegen, treiben die Pflanzen schon munter aus!

Inzwischen haben auch die Helleborus ihre Blüten hervorgebracht und einige stehen in voller Blüte. Selbst bei den Sämlingen haben zwei Stück erste Blüten geöffnet, eine Pflanze ganz dunkelrosa, die andere heller rosa  gespottet.