Das Gartenjahr 2008

Samstag, 12. Januar:
Die ersten Hemerocallissaemlinge sind aufgegangen!! Und das bereits nach weniger als 2 Wochen! Von den 69 Sorten, die ich am 25.12. und am 01.01.08 in die Erde gebracht habe, sind 2 (ausgesaet am 25.12.) und 3 (ausgesaet am 01.01.) bereits gestern zwischen 1 cm und 5 cm (!!) gross! Moeglicherweise liegt das daran, dass die Samen bereits beim Aufquellen schon total aufgebrochen sind und  Keimlinge “ans Licht der Welt” draengten.
 

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Sonntag, 10.  Februar:
Seit nunmehr fuenf Tagen strahlender Sonnenschein, blauer Himmel, fruehlingshafte Atmosphaere! Die ersten Leberbluemchen bluehen, Adonisroeschen bluehen, die Clematis sind mehr als 10 cm ausgetrieben (letztes Jahr waren sie erst am 23. Februar so weit, und das war schon frueh!), die Rosen treiben, Paeonien, Iris, Taglilien, Phlox, eigentlich spriesst alles in frischem Gruen.
Bei meinen Taglilienkindergarten geht es nur schleppend voran, nachdem die ersten Samenkoerner ja so blitzartig ans Licht der Welt draengten. Bei vielen ist noch nicht ein einziges Samenkorn gekeimt. Insgesamt scheint die Keimquote weniger als 60 % zu betragen. Das ist ein mehr als mageres Ergebnis.
Ich konnte mich nicht beherrschen und habe heute schon mal ein wenig die Beete versaeubert! Allerdings habe ich im Schatten sehr schnell kalte Finger bekommen, hab mich deshalb auf die in der Sonne liegenden Beete beschraenkt. Dabei habe ich Hosta Kifukurin Ubatake gefunden: lag ausgegraben auf dem Beet vor der Clematispergola! Hat GG offenbar beim Setzen des Rosenbogens ausgegraben und dann vergessen, wieder einzubuddeln. Die drei Monate ohne Erdkontakt scheinen der Hosta aber nichts ausgemacht zu haben, das Wurzelwerk ist in Ordnung und Triebspitzen sind auch zu sehen.

Samstag, 23. Februar:
Nach einer kurzen naechtlichen Frostperiode vor einigen Tagen scheint nun offenbar wieder der Fruehling im Anmarsch zu sein: heute hatten wir satte 14 Grad!! Ich habe den Nachmittag dazu genutzt, schon einmal die Toepfe aus der “Winterkluft” zu befreien und zu einem grossen Teil an ihre alten - oder auch neuen - Stammplaetze aufzustellen. Dabei fiel mir auf, dass eine Hosta nicht nur bereits Spitzen aus der Erde getrieben hat, nein, sie hat bereits an zwei Trieben gruene Blaetter, die beginnen, sich zu entrollen!! Das ist der absolute Wahnsinn! Um diese Jahreszeit! Alle Paeonien (Baumpaeonien als auch Staudenpaeonien) haben bereits z. T. mehr als 10 cm lange frische Triebe!
Meine im letzten Jahr ausgepflanzten ersten Kreuzungsversuche bei den Taglilien scheinen alle ueberlebt zu haben: es zeigen sich ueberall frische gruene Triebspitzen. Und das Beste ist, dass meine Erstlingsversuche, von Rosen Steckhoelzer zu nehmen, zu 50 Prozent geklappt haben: von 5 Ann Boleyn-Steckhoelzern treiben drei frisches Gruen! Von den fuenf Eglantyne-Steckhoelzern hat leider keines ueberlebt! Das motiviert mich natuerlich, in diesem Jahr erneute Versuche vorzunehmen! Erfreulicherweise haben die Einweckglaeser, mit denen ich die Steckhoelzer in den Toepfen abgedeckt habe, die wenigen Naechte mit Frosttemperaturen bis -6 Grad ohne Risse oder Spruenge ueberlebt.
 

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Sonntag, 09.  Maerz:
Der Wettergott hatte ein Einsehen und hat das Wochenendwetter gartenfreundlich mit 12 Grad am Samstag gesandt, Sonntag nicht mehr ganz so mild, jedoch trocken und relativ angenehm.
Am Samstag konnte ich die Rosen einpflanzen, lediglich Graham Thomas, Happy Child  und Teasing Georgia stehen noch in der Warteschleife, weil dazu wieder mal ein paar Umpflanzungen noetig sind. Und natuerlich ging es auch bei den anderen Rosen nicht ohne Wohnungswechsel ab: Clematis Kamila verliess ihren Kuebel und leistet jetzt Kletterrose Coral Dawn am Rosenbogen Gesellschaft. In den Kuebel von Kamila zog Clematis Niobe ein. Clematis orientalis x serrulata „Helios“ aus dem Kuebel vor dem Haus musste leider vermuellt werden, da sie durch Dickmaulruesslerlarven geschaedigt war. In den Kuebel wurde nun die Rose Magna Charta gesetzt. Clematis Margot Koster musste ihren Platz vor der Garagenwand ebenfalls raeumen, damit die beiden im Oktober zuviel gelieferten Kletterrosen Leopold Ritter sich dort am Rankgitter ausbreiten koennen. Margot Koster muss sich nun, in Ermangelung eines geeigneten Gartenplatzes, mit einem Kuebel auf der Terrasse begnuegen. Ich bin ein wenig skeptisch diesbezueglich, da sie einen wirklich aeusserst starken Wurzelballen hatte.
Fast problemlos fanden die sechs Helleborus vom Hessenhof ihre Heimstatt. Dazu waren doch tatsaechlich keine weiteren Umzuege erforderlich.
Etwas enttaeuscht war ich von den bestellten Farben „Rot“ und „Apricot“ - die angeblich Rote sieht fast identisch aus wie die rosafarbene und Apricot habe ich eher fuer zart Hellgelb gehalten. Nun ja, somit sind die zugedachten Pflanzplaetze noch zu haben! Muss ich wohl weiter nach diesen Farben Ausschau halten!
Zum Unkraut jaeten bin ich zeitlich nicht mehr gekommen, das wurde nun auf das naechste Wochenende verschoben - sofern das Wetter mitspielt. Dann will ich auch schon einmal einige Topfpflanzen umtopfen und auch die Cannas eintopfen.
Die Tagliliensaemlinge (etwa 50 % meiner Saat) stehen ganz ordentlich da und sollten wohl jetzt schon mal etwas Duenger mit dem Giesswasser erhalten.

Samstag, 15. Maerz:
Nach einer recht durchwachsenen Woche mit leichtem Nachtfrost, Sturm und Regenschauern heute wieder herrliches Gartenwetter: 12 Grad und Sonnenschein.
Drei Rosen (Rosa muscosa, The Generous Gardener und Happy Child) wurden ohne grosse Umstaende in dem Heidestueck seitlich am Haus eingepflanzt. Jetzt warten nur noch Graham Thomas und Teasing Georgia auf ihren Platz. Ach ja, La Negresse und Nestor vom Oktober letzten Jahres, stehen ja auch noch in der Warteschleife! Die hatte ich doch voellig vergessen!! Weiss aber immer noch nicht, wohin damit…..
Drei neue Helleborus (schwarzrot, weiss-gruenlich und dunkellila gefuellt) kamen gestern mit der Post und wurden heute bereits auf der Rabatte beheimatet. Ja, und dann glaubte ich doch meinen Augen nicht trauen zu koennen: an einem meiner Helleborussaemlinge, die ich letztes Jahr vom Freiland in einen groesseren Topf, der als Auffanglager dient, gepflanzt habe, ist eine wunderschoene dunkelrosa Knospe!! Ich bin ja total happy! Mein erster Zufallssaemling. Bin schon ganz gespannt, wie die Bluete ausschauen wird. Damit sich die „Helleborus-Kindergartenkinder“ auch gut weiterentwickeln, habe ich sie aus dem Topf genommen und auf der Rabatte entlang des Bordsteines im Hintergrund eingepflanzt – und in den Topf kamen nun die Saemlingsbabies vom letzten Jahr! Die mussten sich bis jetzt in zwei kleinen Toepfchen das Quartier teilen. Ausserdem habe ich gesehen, dass im Umkreis um die schoene „Metallic Blue Strain“ sich bereits wieder eine ganze Schar von Saemlingen tummelt. Die lasse ich aber erst einmal im Freiland.

Zum Jaeten bin ich immer noch nicht gekommen!

Freitag, 21. Maerz:
Inzwischen haben wir nun offiziell Fruehling - allerdings hat man jetzt den Eindruck, der Winter ist im Kommen! Seit Dienstag letzter Woche immer wieder Schnee-, Hagel- und Regenschauern im Wechsel, nachts Minusgrade, fuer die naechsten Tage sind sogar permanent Nachtfroeste bis -7 Grad vorhergesagt. Dir frischen Rosentriebe haben die Minusgrade bisher ohne erkennbare Schaeden weggesteckt!
Gestern ist mir auf der Fahrt mit der Strassenbahn um Bahnhof aufgefallen, dass in einem Vorgarten eine Magnolie, die offenbar etwas geschuetzt steht, bereits die ersten weissen Bluetenspitzen zeigt. Hoffentlich zerstoeren die gemeldeten Nachfroeste der naechsten Tage nicht die ganze Pracht!
Heute, am Karfreitag, habe ich endlich Zeit gefunden, die Cannas in Toepfe zu pflanzen und im Bad und Arbeitszimmer aufzubauen. Leider musste ich nach gut zwei Dritteln aufhoeren, da ich keine Erde mehr hatte. GG muss morgen nun erst einmal Erde holen, damit auch der Rest in die Toepfe kommt.
.....und immer noch nix gejaetet!

Sonntag, 30. Maerz
Heute herrscht Fruehling pur!!! 16 Grad! Sonne, blass-blauer Himmel mit sanft verlaufenden Wolken, ein zwar leicht kraeftiger, aber von der Temperatur her milder Wind, lebenslustiges Vogelgezwitscher und ein berauschender Duft nach Fruehling, Lust und Leben! Und das nach einer Woche, in der der Winter versucht hat, seine Macht zu demonstrieren: seit Montagnacht jede Nacht bis zu - 6 Grad, tags kaum ueber 7 Grad. Und fast jeden Tag im Wechsel Schnee-, Graupel- und Regenfaelle. Waehrend dieser Tage musste ich oft an das Gedicht von Goethe denken: Fruehlingsspaziergang:
....der alte Winter, in seiner Schwaeche,
zog sich in rauhe Berge zurueck.
Von dort her sendet er, fliehend, nur
ohnmaechtige Schauer koernigen Eises
in Streifen ueber die gruenende Flur.

Und wenn man jetzt all die frischen Austriebe begutachtet, dann stellt man fest, dass den wenigsten - ausgenommen den “vorwitzigen” Hostas - diese winterliche Eskapade wirklich geschadet hat.

Gestern war das Wetter noch nicht so optimal, aber wenigstens trocken. So habe ich die am Mittwoch endlich aus Italien eingetroffenen ersten Hemerocallis einpflanzen koennen. Erstaunlicherweise ging das recht problemlos, ohne groessere Umpflanz- oder Gruebelaktionen! Selbst die vier Naturalrabatt-Taglilien habe ich relativ schnell unterbringen koennen. Manchmal geschehen wohl doch noch Zeichen und Wunder- und sei es auch nur in Bezug auf Erkenntnisse!

Graham Thomas (Austin-Rose) hat es nun endlich auch in sein Eigenheim geschafft: dafuer mussten allerdings vier Taglilien ihr Quartier tauschen bzw. etwas verlagern. Teasing Georgia (Austin-Rose) darf sich nun auch gluecklich schaetzen, endlich einen festen Wohnsitz zu haben. Dafuer musste lediglich Coreopsis vertic. Zagreb innerhalb des Beetes ein wenig weiterziehen. Also recht unspektakulaer. La Negresse und Nestor (Damaszener und Gallica-Rose) bereiten mir da schon mehr Kopfzerbrechen: wohin damit?? 

Dir Rittersporne, die Paeonien und der Eisenhut sind bereits zwischen 20 und 30 cm hoch ausgetrieben und gut belaubt. Das ist doch total ungewoehnlich fuer diese Zeit! Dabei ist  mir aufgefallen, dass die Rittersporne und der Eisenhut, ohne, dass ich Schneckenkorn gestreut habe, problemlos austreiben konnten! Keine Schnecke hat sich an dem frischen Austrieb verlustiert! Die meisten Iris stehen supergut im Laub,

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Donnerstag, 17. April:
Bis vor zwei Tagen noch Regen, Regen, Regen. Seitdem zunehmend trockener und laengere sonnige Abschnitte. Heute sogar den ganzen Tag Sonne und am Nachmittag liess auch der immer noch recht kalte Wind nach. Die Prognose fuer die naechsten Tage ist recht vielversprechend: steigende Temperaturen (tagsueber) und ueberwiegend Sonne; erst am Sonntag bzw. Montag wieder einige Schauern. Das laesst ja den Schluss zu, dass man im Garten endlich mal vorankommt! Ich habe den heutigen Sonnentag zum Anlass genommen, ein paar Überstunden abzubauen und deshalb heute nachmittag und morgen den ganzen Tag freizumachen, um mich dem Garten zu widmen.

Die Rosen sind nun endlich auch alle geschnitten (ja, ich weiss, viel zu spaet!). Wir haben diesmal absichtlich so lange gewartet, weil wir am OktoberApril an einem Rosen-Schnittkurs teilgenommen haben. So konnten wir das erworbene (neue) Wissen auch gleich in die Tat umsetzen.
Und inzwischen habe ich doch tatsaechlich noch eine ganze Menge Moeglichkeiten fuer die Pflanzung von Rosen gefunden!! Insgesamt schon 11 neue Rosen werden bis zum Herbst hier Einzug halten - die ersten drei sind heute schon gekommen!! Da kann ich ja morgen gleich loslegen und pflanzen. Jetzt muss GG aber auch bald in die Gaenge kommen und die Obelisken bauen - und anschliessend die Pfosten und Querverbindungen fuer die Erweiterung der Clematispergola, denn daran kommen ja schon drei der Neuzugaenge, von denen aber zwei erst im Herbst bestellt werden. Schliesslich braucht GG ja auch ein wenig Zeit, um all die “Basteleien” fertigzustellen. Neben dieser Holzkonstruktion soll er auch noch einen hoelzernen Bogen ueber die (ehemalige) Rosenrabatte an der Giebelseite des Hauses bauen. Deshalb werden die Rosen fuer diesen Pflanzplatz auch erst im Herbst bestellt. Also noch Geduld!
Vor der Clematispergola werde ich die Uetersener Klosterrose pflanzen, da die gute “Ascotiensis” nun auch im dritten Jahr nicht ans Tageslicht gekommen ist. Sie scheint offenbar tatsaechlich in die ewigen Jagdgruende eingegangen zu sein. Da kam mir der Gedanke, diese leere Stelle mit einer Rose zu fuellen. Sie wird allerdings ein recht enges Quartier haben, aber, wie heisst es doch so schoen: “Raum ist in der kleinsten Huette”!
Fuer den Rosenbogen, den von einer Seite Coral Dawn erklimmen soll, habe ich nun endlich auch ein Gegenueber gefunden: das schoene Ännchen von Tharau. Bin schon sehr gespannt, wie es ausschauen wird, wenn die beiden Damen sich in der Mitte treffen. Aber das wird wohl noch ein paar Jaehrchen dauern.
Ein kleineres Problem hat sich heute beim Jaeten der Rabatte an der Hausseite neben der Garage gezeigt: die Anordnung der Krokusse und Narzissen, die seinerzeit zwischen den Rosen angepflanzt waren, stellt jetzt nach der Umgestaltung der Rabatte ein ziel- und planloses Wirrwar dar. Ich werde also in den naechsten Tagen all diese Zwiebelhorste ausgraben und etwas gezielt und harmonisch passend auf der Rabatte verteilen. Das wird wieder eine stundenlange Probieraktion: hier waere Platz, aber da wirken die Krokusse nicht, die Narzissen sind aber zu hoch. Da koennte man Narzissen hinsetzen, oder vielleicht doch lieber die kleinen, niedlichen Krokusse? Ganz hinten am Randstein waere ein idealer Platz fuer die Narzissen, aber leider ist das Platzangebot dort schon sehr eingeschraenkt. Vielleicht doch ein groesseres Problem.....??
Am vergangenen Sonntag habe ich mal alle Cannas, die ich vor einigen Wochen in Toepfe gepflanzt hatte, einer genauen Inspektion unterzogen und daraufhin mit 80 % den Kompost bereichert. Ich hatte ja schon meine Zweifel, als ich die Dinger in die Toepfe pflanzte, sehr lebensbejahend sahen die Knollen, sofern man das mickerige Etwas so bezeichnen darf, ja ohnehin nicht aus. Es sind nun also nur ein paar wenige Sorten uebrig geblieben, die noch einen gewissen Anflug von Leben zeigen. Warten wir also nochmals ein paar Wochen bis zum Mai. Ich glaube, Cannas sind einfach nicht so mein Ding. Da fehlt mir wohl doch das “gefuehlvolle” Haendchen. Ach, die braucht man auch nicht so unbedingt, hab ja jede Menge Hems und Hostas, Iris und jetzt auch die Rosen. Ich glaube, ich werde den “Canna-Integrations-Versuch-in-unserem Garten” nicht wiederholen.......
Obwohl es in den vergangenen Tagen und Wochen so kalt war, kaum Sonnentage, nachts hin und wieder sogar Minusgrade, hat der Rhododendron williamsianum, dessen Überbleibsel als “Staemmchen” in einem Kuebel auf der Terrasse steht, bereits die ersten Huellblaetter leicht geoeffnet und gibt den Blick auf ein kraeftiges Pink-Rot frei.
 

Samstag, 19. April:
Entgegen der Wetterprognose hat es heute nicht geregnet! Es war zwar trueb, frisch und  ungemuetlich (richtiges Novemberwetter mit Kirschbluete), aber man konnte im Garten arbeiten.
Gestern war ein herrlicher sonniger Tag, da machte die Gartenarbeit  erheblich mehr Spass. Ich habe die ehemalige Rosenrabatte, das Hostabeet Gelb-Gruen, das Ahornbeet, das Beet under dem Cornus racaemosa, das Beet unter dem Liquidambar Silver King, und das neu gestaltete Beet Apricot-Orange-Gelb vom Unkraut befreit, einige wenige Umpflanzungen vorgenommen und ein paar Topfpflanzen umgetopft.
Immer, wenn ich in unseren Garten blicke, dann finde ich, dass er sich schon erheblich von den Nachbargaerten unterscheidet.

Sonntag, 26. April:
Die ersten Rhodos oeffnen! Den Anfang hat vor drei Tagen der Rhod. williamsianum gemacht, der seit drei Jahren als Staemmchen im Topf auf der Terrasse steht. Bei den Hybriden stehen Goldprinz und Viscy im Wettstreit, der kleine Rhod. ludlowii “Wren” hat heute die erste Bluete geoeffnet. Die Knospen von Ehrengold sind in den letzten Tagen enorm angeschwollen und lassen Farbe blitzen, so dass man davon ausgehen kann, dass auch er in Kuerze oeffnet.
Seit Freitag hat nun das Fruehlingswetter die Vorherrschaft uebernommen, gestern schon 16 Grad, heute 18 Grad und Sonne pur. Auffaellig ist, dass weder bei den Iris noch bei den Taglilien bisher Bluetenstengel auch nur ansatzweise zu sehen sind. Letztes Jahr um diese Zeit standen die kleinen Iris barbata nana in voller Bluete, die meisten Intermediasorten waren schon geoeffnet und selbst die hohen Bartiris liessen sich nicht mehr lange bitten. Man darf gespannt sein, wie schnell sich nun die Bluetenstengel zeigen werden.
Clematis Edo Murasaki hat den Geist aufgegeben, allerdings fuer mich aus unerklaerlichen Gruenden. Da ich letzte Woche keinen weiteren frischen Austrieb bemerken konnte, habe ich mir die Clematis genauer angesehen und stellte fest, dass die Triebe tot waren. Dabei fiel mir auf, dass der mehr als daumenstarke Stamm direkt ueber der Erdaustrittsstelle nur noch etwa 2 cm an der Hinterwand gehalten wurde, vorne klaffte eine ca. 3 - 4 cm hohe Öffnung und der Stamm war voellig ausgehoehlt! Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass hierfuer Schnecken verantwortlich sind, die fressen doch nicht an verholzten Trieben. Auch Maeuse moechte ich ausschliessen, da diese doch wohl nur unterirdisch fressen. Ich bin also voellig ratlos diesbezueglich, habe die Clematis allerdings erst einmal an Ort und Stelle belassen und will abwarten, ob sie ggf. nochmals von unten austreibt.

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Samstag, 17. Mai:
Ich stelle gerade fest, dass ich ganz schoen im Rueckstand bin mit meinem Tagebuch!
Dem “Clematissterben” haben sich nun noch zwei weitere angeschlossen mit den gleichen Symptomen. Bei Edo Murasaki habe ich vor gut einer Woche neben dem alten Stumpf einen frischen Austrieb bemerkt, der aber bis heute auf der Stelle tritt!  Ich bin nun immer noch am Überlegen, ob ich die Pflanzen ausgrabe oder nicht.
In diesem Jahr haben mich die Hostas angenehm ueberrascht. Viele der hoch werdenden Sorten haben in diesem Jahr einen entsprechenden Austrieb bzw. bilden schoene, grosse, runde Buesche. Goldbrook Gratis hat sich dabei besonders hervorgetan, sie hat sich enorm positiv entwickelt. Aber auch einige der Lakeside-Sorten zeigen ihre ganze Schoenheit. Diese Entwicklung hat natuerlich zur Folge, dass ich wieder mehrere Umpflanzungen vornehmen musste: Goldbrook Gratis musste aus dem niedrigen Kuebel raus, dafuer kam Paradise Glory dort hinein. Natuerlich musste deshalb auch Stained Glass in einen anderen Topf umziehen, da sie farblich nicht so optimal mit Paradise Glory harmoniert wie mit Goldbrook Gratis.
Golden Sculpture, die auch in diesem Jahr einfach nicht in die Puschen kam, wurde ins Beet verfrachtet - und das war auch gut so! Denn beim Umtopfen zeigte sich, warum sie so mickerte! Rhododendronruesslerlarven!!! Mindestens 20 - 25 Stueck habe ich aus dem Topf bzw. Wurzelballen herausgeholt. Morgen werde ich nochmals mit Agritox giessen, einen ersten Durchgang damit bei einigen Toepfen habe ich am Dienstag schon gemacht.
 

Dienstag, 27. Mai
Der Mai ist auch schon wieder fast vorbei! Die Rhodos stehen in voller Bluete und ich freue mich jedes Mal, wenn ich vom Balkon auf den Garten schaue, auf der Terrasse sitze oder vom Gartenweg herunter den Garten betrete: es ist ein grandioses Bluetenspektakel.
Es ist, wie koennte es anders sein, natuerlich schon wieder viel zu trocken! Zwar hat es letzte Woche geregnet, aber viel zu wenig. Verschiedene Pflanzen im Freiland muessen bereits wieder gelegentlich mit der Giesskanne beglueckt werden. Die Taglilien schieben nun im Raketentempo ihre Bluetenstengel, gestern ist bereits sogar die erste Bluete aufgegangen: Magical Melody hatte es wohl unwahrscheinlich eilig! Allerdings hat mich die Bluete auch nicht vom Hocker gerissen! Da muss sich die Gutste aber noch maechtig ins Zeug legen, wenn sie mich ueberzeugen will.
Die beiden fast verendeten Clematis treten immer noch auf der Stelle, d. h., der winzige neue Austrieb, der zu sehen ist, wird nicht laenger. Eigentlich wollte ich in den vergangenen Tagen mal mit Herrn Westphal diesbezueglich telefonieren, habe es aber irgendwie nicht geschafft. Vielleicht klappt es nach der Urlaubsreise...
Inzwischen sind auch die ersten Rosen aufgeblueht, hier waren die “Englaenderinnen” eindeutig die Schnellsten. Leider sind in diesem Jahr viele Rosen, sowohl neu gepflanzte als auch bereits alt eingesessene, von Mehltau befallen! Das hatte ich bislang nur bei Kordes Florentina beobachten koennen. Das ist wohl eine Folge der extremen Temperaturschwankungen der letzten zwei Wochen (nachts niedrigste Temperaturen, am Tag relativ hohe Temperaturen). Betroffen sind Rosen, die im Freiland stehen und auch einige, die in Toepfen sitzen. Da habe ich mich so gefreut auf die Bluete der Neuerwerbungen und nun macht mir dieser Pilz einen Strich durch die Rechnung.
Eigentlich wollte ich heute nur Hosta Band of Gold in einen Topf setzen - darauf ist wieder eine kleinere Umzugsaktion geworden: Gunthers Prize, die allmaehlich sehr dominierend, aber auch sehr speziell daherkommt, musste vom Beetrand weichen, weil sie da einfach zu gross wurde. Nach einigem Hin und Her, durfte sie dann den Platz eines Farnes einnehmen, der nun in den absoluten Hintergrund umziehen musste. Hosta Band of Gold durfte ein kleines Eigenheim beziehen, sprich, sie wurde in einen Topf gesetzt. Darueber hinaus fand sich ein Stellplatz fuer Hostatoepfe: Dort, wo GG im letzten Herbst diese scheussliche Zwergfichte entfernt hat, klafft nun ein Loch zwischen den Rhodos. Im Hintergrund hat ja schon Rosa muscosa eine Heimstatt gefunden, davor ist aber noch jede Menge Platz - allerdings kein Platz im Erdreich! Dort macht sich unter Erd- und Mulchabdeckung ein Betonsockel breit (fuer den Einstiegsschacht, um an den Wasseranschluss zu kommen). Ergo habe ich mir ueberlegt, dass ich auf den freien Platz Toepfe stellen kann! Und das wurde auch gleich in die Tat umgesetzt.

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Samstag, 28. Juni:

Nach dem Urlaub (wir sind am 10.  Juni  zurueckgekommen) war die Rhodobluete durch. Die Hitze der letzten Tage hat dem schnellen Verbluehen natuerlich noch Vorschub geleistet - wie bei vielen anderen Stauden/Gehoelzen ist das Wetter immer ein entscheidender Faktor fuer der Laenge der Bluetezeit. Schade, denn in diesem Jahr haben die Rhodos schoen nach und nach geoeffnet, eben wegen der kuehleren Tag- und Nachttemperaturen.
Aber - des Einen Freud ist des Anderen Leid. Das Leid der Rhodos war die Freude der Taglilien: sie konnten sich voll entfalten,
Natuerlich sind wir nicht ohne neue Hostas aus Holland zurueckgekommen! Ich habe mich jedoch sehr zurueckgehalten und nur 15 Pflanzen gekauft, davon allein drei Stueck als Ersatz fuer Dahingeschiedene. Da erst einmal die Beete vom Unkraut befreit werden mussten, was jetzt schon wesentlich schneller gemacht ist, da die Bepflanzung inzwischen schon so dicht ist, dass kaum mehr Unkraut durchkommt, hatte ich Zeit fuer die Ueberlegung: Wohin mit den Hostas? Alle neuen in Toepfe?? Nee, ging nicht, da die bestellten Taglilien schon in Toepfe geplant waren. Also blieb nur eine Moeglichkeit: Beete umstrukturieren. Das war auch allein schon deshalb vonnoeten, da ich feststellte, dass einfach zu viele panaschierte Pflanzen nebeneinander standen, es kaum Kontraste gab, einfach zu wenig gruene, blaue oder gelbe Hostas vorhanden sind. Also wurde umgeplant, umgepflanzt, manches aus dem Beet in den Topf, andere aus dem Topf ins Beet, die ersten Beete farblich arrangiert und der Steintrog neu bepflanzt, diesmal in   Gelb-Gruen: das Japangras (Hakonechloa macra “Aureola” mit Hosta Paradise Backstage und Hosta Just So. Und insgesamt ergaben sich - oh Wunder! - auch noch neue Pflanzplaetze! Alle Neuzugaenge konnten also problemlos untergebracht werden. Das Umpflanzen der Hostas in den verschiedenen Beeten habe ich auf den Herbst verschoben, wenn es etwas feuchter ist. Dann werden einige der recht gross gewordenen Horste auch gleich geteilt.
Endlich wurden auch die restlichen Tagliliensaemlinge aus ihren engen “Babyquartieren” befreit und in gehaltvollere Erde in groessere Toepfe gepflanzt. Das hat den Kleinen gut getan, sie sind in den naechsten Tagen und Wochen ganz erheblich groesser geworden.
Das Wetter gibt momentan keinen Grund zum Meckern, es ist eigentlich fuer den Garten ideal: warm und hin und wieder ein paar Regenschauern, so dass es immer ausreichend feucht ist.

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Sonntag, 06. Juli:

Inzwischen sind die noch ausstehenden Taglilien aus Amerika (Mitbestellung bei einer Gartenfreundin) gekommen und auch alle untergebracht. Vier Stueck zwar erst einmal in Sammeltoepfen zwischengeparkt, aber immerhin in der Erde. Leider wird es bei den Neuzugaengen, weil sie so spaet gekommen sind, in diesem Jahr keine Blueten mehr geben. Schade!!
Zwei neue Obelisken sind auch wieder fertiggestellt, ebenso das Rankgitter fuer das Fallrohr, an dem Alchymist emporklettern soll.
Leider haben sich bei den Kletterrosen zwei Falschlieferungen herausgestellt: Johanna Roepke ist nicht Johanna Roepke, sondern ein pinkrosa bluehendes, duftloses und nicht sehr ansprechendes Etwas und Coral Dawn ist auch nicht Coral Dawn. Hier habe ich aber sofort von dem Lieferanten auf meinen Anruf hin Ersatz bekommen. Trotzdem ist es aergerlich, da jetzt zwei zusaetzliche Kletterrosen da sind und ich nicht weiss, wohin damit.
Den Radikalschnitt, den ich den Rosen spaet im April verpasst habe, haben sie ausgezeichnet weggesteckt, ueppig geblueht und  eine sehr schoene Form entwickelt, insbes. die Staemmchen und Aachener Dom.
Gestern sind auch die bestellten Iris gekommen. Ja, Iris, obwohl ich doch keine bestellen wollte, weil kein Platz mehr da ist! Ich habe erst fuer vier Stueck eine Unterbringungsmoeglichkeit gefunden. Morgen werde ich mal mit dem Einpflanzen beginnen.

Montag, 21. Juli:

Die Iris sind alle eingepflanzt, drei Stueck konnte ich einer Freundin verkaufen, somit hat sich das Pflanzproblem ein wenig entzerrt.
Und eine weitere Rosenfalschlieferung hat sich herausgestellt: La Reine Viktoria ist nicht LRV, aber auch hier wird im Herbst Ersatz (hoffentlich der richtige!) geliefert. Jetzt kann ich gar nicht anders, ich muss den Streifen vor dem Maschendrahtzaun zu Nachbars mit Rosen bepflanzen. Wo soll ich sonst mit den Falschlieferungen hin? Na ja, GG ist auch schon nicht mehr ganz so ablehnend deswegen.....
Endlich hat auch Félicité et Perpétue einen Platz gefunden, nachdem sie vier Wochen m Container ein heimatloses Dasein fristete. Urspruenglich wollte ich sie ja an die Koreatanne pflanzen und in diese hineinwachsen lassen. Das ist allerdings wohl nicht so einfach (Empfehlung eines Fachmannes: Moertelkuebel ca. 3 m von der Tanne entfernt eingraben, Rose hinein und dann Seile zur Tanne spannen und die Rose hinleiten) - ich glaube, unter diesen Umstaenden verzichte ich auf die Rambleridylle..... Ich habe sie daher an die Garagenwand neben Climbing Mme. Testout gesetzt, hier kann sie sich nach Herzenslust in die Hoehe und die Breite ausdehnen.
Da fuer die meisten meiner Iris keine optimalen Bodenbedingungen in unserem Garten vorherrschen, habe ich vergangene Woche begonnen die kleinen Beete an der Terrasse mit feinem Kies anzureichern und so einen lockeren und weniger nassen Untergrund zu schaffen. Alle Iris wurden ausgegraben, die Rhizome gesaeubert, Schrumpelteile entfernt und dann wieder eingepflanzt. Hier hat sich das kuehle Wetter der letzten Woche und der Regen positiv ausgewirkt, da die Iris recht schnell wieder einwurzeln konnten.
Und einen neuen Rosenpflanzplatz habe ich auch schon wieder gefunden: in das hintere Ende des sog. Ahornbeetes soll ein hoher Obelisk aufgestellt werden und in diesem soll dann die neu bestellte Guirlande d’Amour zum Blickpunkt werden. Ausserdem hat sich GG davon ueberzeugen lassen, dass in unserem Garten Flaechen mit Pflaster/Steinen fehlen. Die Wochen und Monate bis zum Winter werden ihm bestimmt nicht langweilig werden.....

Samstag, 26. Juli:

Nachdem am Montag noch beinahe “winterliche” Temperaturen herrschten (nachts 7 Grad, tags knapp 15 Grad), hat sich seit gestern wieder der Hochsommer eingestellt: 29 Grad Tagestemperatur und heute nacht bis 2 Uhr immer noch 20 Grad - und so ging es heute morgen weiter bis zum Spaetnachmittag, da zogen zunehmend Wolken auf, die Sonne verzog sich und es wurde temperaturmaessig angenehmen.
Da gestern neue Rosen gekommen sind, habe ich heute gleich erste (Um-)Pflanzungen vorgenommen bzw. vornehmen wollen. Definitiv habe ich aufgrund der enormen Hitze bereits am Morgen lediglich Mme. Hardy auf die ehemalige Rosenrabatte umquartiert. Die anderen drei Rosen (Lady Emma Hamilton - soll an Stelle der falschen La Reine Viktoria, Nahmea - kommt an einen neu zu schaffenden Platz im Rasen, Guirlande d’Amour - wird im sog. Ahornbeet an einem noch zu bauenden Obelisken ranken.
 

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Samstag, 16. August:

Zwischenzeitlich sind alle Rosen an ihrem Platz, d. h. Nahema is nicht im Rasen gelandet, sondern steht vor der Clematispergola an dem Platz, an dem bis dato Rhododendron Rosabella stand. Rosabella musste leider in den Muell, da er wohl die Phythophtorawelke hatte und innerhalb weniger Tage sozusagen dahin war. Er hat schon letztes Jahr so eine Art Pilz gehabt (das Laub war fleckig und sah beinahe schimmelig aus), den wir aber mit einem Spritzmittel versuchten, in den Griff zu bekommen. In diesem Fruehjahr sah er immer noch so krank aus, war allerdings ueber und ueber mit Knospen bestueckt. Als wir Anfang Juni aus dem Urlaub kamen, stand er in voller Bluete, jedoch sah das ganz eigenartig aus: die Knospen der rechten Haelfte waren voll aufgeblueht, waehrend die Knospen der linken Haelfte mal gerade ihre gruenen Huellblaetter gelueftet hatten und man das Dunkelrosa der Blueten sehen konnte. Mit Verzoegerung gingen dann auch diese Knospen noch auf. Allerdings zeigte sich dann in den naechsten Wochen nicht ein einziger frischer Neuaustrieb! Erst Mitte Juli konnte man an einigen wenigen Triebspitzen der linken Haelfte ein paar frische Triebspitzen sehen. Die rechts Haelfte blieb wie sie war. Ende Juli/Anfang August dann verfaerbten sich die Blaetter innerhalb weniger Tage zu Hellbraun und hingen schlaff herunter. Jetzt war es offensichtlich, dass die Pflanze kaputt ging. Letzten Samstag haben wir dann die Äste nach und nach abgeschnitten. Aber egal wie tief wir abschnitten, ueberall war der Kern der Zweige innen braun. Somit blieb nur noch, alles in der Muelltonne zu entsorgen.
Da nun dieser Platz frei war, bot er sich geradezu an als Pflanzplatz fuer Nahema - und es passt natuerlich noch eine zweite Rose daneben - Strauchrose Herkules wurde umgehend bestellt.
Zwischenzeitlich sind dann auch noch die in Amerika bestellten Iris gekommen und dar war ich aber nun wirklich am Rotieren: Wohin damit?? Diesmal hatte ich mich aber doch enorm uebernommen mit den Bestellungen. Ich habe sie mal gerade so mit Ach und Krach untergekriegt. Jetzt darf aber wirklich keine Iris mehr bestellt werden!!
Die ersten Hostaumpflanzungen sind auch schon wieder erfolgt, denn schliesslich musste die Zinkwanne vor den Rhododendren am Maschendrahtzaun neu arrangiert werden. Ergo mussten natuerlich auch in den Beeten einige Hostas ihre Plaetze tauschen.
Ausserdem hat sich gezeigt, dass die Wahl der rosafarbenen Taglilien im sog. Ahornbeet nicht das Gelbe vom Ei ist, es sind zu viele mit gelbem Unterton dabei. Die passen einfach nicht zu den rosa Rosen, Phlox und Anemonen. Also, es wird weiter das Spiel “Baeumchen-wechsel-Dich” gespielt.....
Obwohl es zwischenzeitlich immer mal geregnet hat, muesste es jetzt doch mal ergiebig regnen, da es doch ziemlich trocken ist. Die eine oder andere Taglilie laesst schon ein wenig das Laub haengen.

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Samstag, 27. September:
Ich bemerke mit Schrecken, wieviel Zeit seit meinem letzten Eintrag vergangen ist! Allerdings habe ich auch nicht allzu viel im Garten gemacht - wegen Beschwerden seitens meines Tennisarmes.
Mitte August habe ich dann, weil ich ohnehin ein Teilstueck von Gunther’s Prize abnehmen musste, diese Hosta, die sich ja inzwischen zu einem wahren Schmuckstueck - wenn auch ein etwas rustikales - entwickelt hat, an einen anderen Platz verpflanzt, naemlich in den Vorgartenbereich. Hier kann man sie doch eher bewundern. Mehr Umpflanzungen waren nicht moeglich, da es einfach zu trocken ist.
Der August ging zu Ende schon mit allen Anzeichen des nahenden Herbstes. Am 28. August hatten wir dann am Nachmittag zwar noch 18 Grad, der Tag begann jedoch typisch “novemberig”: grau und triest, man hatte das Gefuehl, es will gar nicht Tag werden. Dann so nach 14 Uhr liess sich doch die Sonne herab und erwaermte den Rest des  Tages.
Zwischenzeitlich kamen nochmals ein paar Taglilien an, die dann erst einmal auf dem freien Platz, an dem vorher der Rhododendron Rosabella stand, zwischengeparkt wurden. Wenn im Oktober die Rosen kommen, muessen sie natuerlich weichen - mal sehen wohin!
Der September hat sich recht herbstlich eingefuehrt, es ist frisch und kuehl geworden, viele Pflanzen zeigen ersten Vergang, das Laub beginnt, sich zu faerben.
Am 19. September hatten wir fruehmorgens mal ganze 2 Grad!!!
Ich habe Anfang dieser Woche schon meine warme Jacke und den Mantel angezogen, weil es morgens einfach sehr kalt ist. So frueh habe ich schon lange nicht die warmen Sachen hervorgeholt.
Heute war jedoch ab Mittag schoenes Spaetsommerwetter angesagt. Das wurde  genutzt, um im Garten zu werkeln.  GG hat die Holzpergola, die er zwischenzeitlich gezimmert und gestrichen hat, zusammengebaut und aufgestellt (mit meiner Hilfe), ich habe in dem Beet unter dem Cornus racaemosa  groessere Umfplanzungen vorgenommen: Veronicastrum virgninica Alba musste auf die Rabatte in den oberen Sektor umziehen, dafuer durfte der dort gepflanzte, aber wesentlich hoehere Veronicastrum virginica Lavendelturm (ist allerdings auch nur weiss, nicht lavendelfarben, also offenbar auch eine Falschlieferung) neben die Rose Sebastian Kneipp ziehen. Die Aster dumosus Purple Dome, die neben Rose Mme. Boll stand, musste weiter nach hinten weichen, der Aruncus wurde geteilt und an anderen Stellen neu eingepflanzt, Sedum Matrona verliess den Trog auf der Terrasse und wanderte in das Cornusbeet, Taglilie Move Over fand dort auch ihren Platz. Einige Rosentriebe mussten aufgebunden werden, das eine oder andere verwelkte Etwas wurde entsorgt, aber immer noch stehen ein Teil der schon vor zwei Wochen gelieferten Stauden (Echinaceen und Liatris) heimatlos herum. Um ihnen einen Heimplatz zu geben, bedarf es eben wieder einiger groesserer Umstrukturierungen......

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Samstag, 25. Oktober:
Der Oktober ist in diesem Jahr so kalt wie schon lange nicht mehr. Von wenigen sonnigen Tagen mit Temperaturen bis 18 Grad abgesehen, herrschten vornehmlich Tagestemperaturen bis max. 12 Grad vor, die Nachttemperaturen bewegten sich deutlich unter 10 Grad, in der Nacht vom 23. zum 24.10. hatten wir sogar schon - 1 Grad!

Aufgrund dieser unfreundlichen Witterung und Regen an den ersten Urlaubstagen habe ich meine “herbstlichen Gartenplaene diesmal nicht geschafft, insbes. nicht die ganze Umpflanzerei der Hostas, wie im Sommer auf dem Papier geplant. Aber es war mit Sicherheit auch ohnehin wieder viel zu viel was ich mir da vorgenommen hatte. Muss der Rest also bis zum Fruehjahr warten...

Die Vergroesserung zweier Beete bzw. der Baumscheibe unter dem Cornus racaemosa hat GG am Samstag, 11.10. gemacht, jedoch bin ich mit dem Pflanzen bzw. Umpflanzen bis jetzt  nicht fertig geworden. An manchen Stellen klaffen noch Luecken. Ich moechte auch jetzt nicht mehr umpflanzen, da ich fuerchte, dass aufgrund der niedrigen Temperaturen die Pflanzen Probleme beim Einwurzeln bekommen werden. Einige der vor Wochen gelieferten Echinaceen habe deshalb erst einmal ich in groessere Toepfe gepflanzt und will sie erst im kommenden Fruehling im Beet an Ort und Stelle setzen. In der Zwischenzeit kann ich dann auch noch ueberlegen, wo ich noch welche Bluetenstauden zwischen die Taglilien und sonstigen Stauden unterbringe. An manchen Stellen in den Beeten fehlt vor und nach der Hemsbluete einfach noch etwas Farbe....

Die “Zwerg-Saeuleneibe”, die nach nunmehr 25 Jahren stolze 280 cm hoch war und die Markise stark am Ausfahren gehindert hat, ist dem Spaten und der Spitzhacke zum Opfer gefallen: letztes Wochenende hat GG sie gefaellt bzw. ausgegraben. Gleichzeitig hat er die Trockenmauer an der Stelle noch um zwei Steinlagen erhoeht und ausgebessert, so dass das Ganze jetzt doch wieder sehr schoen ordentlich ausschaut. Natuerlich ist durch das Entfernen der Eibe jetzt auch Pflanzplatz (na ja, vielleicht mal ein halber Quadratmeter) frei geworden und ich habe auch schon Kandidaten dafuer ausgeguckt: ein Rosen-Kaskadenstamm soll dahin! Jetzt habe ich wieder die Qual der Wahl: welche Sorte? Ghislaine de Feligonde, Guirlande d’Amour oder was sonst? Die Zeit bis zum naechsten Fruehling wird nicht langweilig werden.....

Alles schaut jetzt wieder ordentlich aus, die Taglilien sind zurueckgeschnitten, alle Beete nochmals vom Unkraut gesaeubert; die Toepfe bleiben in diesem Jahr mal an Ort und Stelle und werden nicht eingepackt!  Allerdings muessen in den naechsten Tagen die Oleander, Agapanthus, Solanum und die wenigen anderen nicht winterharten Topfpflanzen in ihr Winterquartier, sprich in den Keller, wandern.

Rueckblickend moechte ich sagen, dass der diesjaehrige Sommer nicht so rosenfreundlich wie der vergangene war, dafuer war er taglilienfreundlicher! Die Rosen hatten in diesem Jahr erheblich mehr Sternrusstau wie letztes Jahr und einige Sorten hatten im Fruehsommer sogar etwas Mehltau. Dafuer gab es bei den Taglilienblueten kaum etwas zu beanstanden: gute Ausfaerbung, gut geformte Blueten, selbst bei den Neuzugaengen.

Die Bodenverbesserung (auf einen halben Quadratmeter einen 25 l Eimer feinen Flusskies)  fuer die Iris zeigt erste Erfolge: die geteilten und versaeuberten Irisrhizome treiben frisch aus! Sie fuehlen sich offenbar sehr wohl in dem neuen Erdgemisch, da die anderen Iris, die noch keine Bodenverbesserung erfahren haben, sich mit dem Ausbilden seitlicher Triebe sehr, sehr schwer tun. Da es jetzt jedoch zu spaet zum Teilen und Umpflanzen  ist, hoffe ich, das im Fruehjahr tun zu koennen.

GG hat am letzten Samstag schon mal einen grossen Teil der Rosen angehaeufelt, da es ja nicht mehr so warm ist. Insgesamt haben die meisten der im letzten Jahr neu gekauften Rosen schon guten Zuwachs erfahren. Besonders hervorzuheben ist hierbei Sombreuil, die die Seite des Rosenbogens schon bis oben voll und ueppig erklommen hat! Obwohl sie anfangs nur 60 cm hoch war und nur eine einzige Bluete produziert hat, hat sie im Juli dann einen gigantischen Spurt vorgelegt und wachstumsmaessig alle anderen Sorten weit hinter sich gelassen! Jetzt bin ich schon ganz ungeduldig auf die naechstjaehrige Bluete!!
Wenn ich doch GG noch dazu ueberreden koennte, entlang des Maschendrahtzaunes zum rechten Nachbarn hin auch noch Rosen zu pflanzen! Er argumentiert immer noch damit, dass es dann so schlecht mit dem Rasenmaehen sei.

Den ganzen Monat erfreue ich mich schon an der bunten und herrlichen Faerbung der Laubbaeume! Ich liebe diese Zeit mindestens ebenso wie den Fruehling, wenn alles wieder zum Leben erwacht und frisch austreibt. In diesem Jahr ist wohl nicht nur im Fruehling einiges durcheinander geraten, nein, auch jetzt glauben einige Pflanzen (Taglilien und Rhododendren), dass noch Saison ist: Rhododendron Blutopia hat mehrere geoeffnete Blueten, Taglilie Panther Eyes hat zwei Bluetenstengel produziert, Taglilie New Direction produziert ohne Unterlass Bluetenstengel: heute habe ich einen neuerlichen Stengel abgeschnitten!

Meine Tagliliensaemlinge habe sich hervorragend entwickelt, einige haben extrem dicke Faecher, so dass ich hoffe, dass im naechsten Jahr doch schon einige bluehen koennten! Ich bin jedenfalls hoechst gespannt, was dabei herauskommen wird! Die diesjaehrige Samenernte war auch zufriedenstellend. Ich werde mit Sicherheit Probleme bekommen, wenn die Saat in die Erde muss: wohin mit den vielen Toepfen????